Biberach - Riss  
Biberach - Riss  
Sonntag, den 8. November 2004 wurde ROBA FORESTIERA im Rahmen des Biberacher Independent Film Festivals erstmals in Deutschland aufgeführt. Uli Stöckle und Dierk Andresen, die Festival-Organisatoren:

Lobende Erwähnung für "Roba Forestiera" von Silvia Holzinger und Peter Haas Die Begründung der Jury
Man sieht ¨Roba Forestiera¨, dem Dokumentarfilm über die Sassi von Matera,
auf den ersten Blick nicht an, dass es ein Erstlingsfilm ist, so gut gewählt
sind die Bilder, die Personen, die zu Wort kommen und der Ton. Noch bis zum
Zweiten Weltkrieg lebten Menschen in den ¨Sassi di Matera¨, aus
Tuffstein-Felsen herausgeschlagene Wohnungen und Kirchen aus byzanti-
nischer Zeit, in erbärmlichen hygienischen Verhältnissen.
1993 nahm sich die UNESCO der Felsensiedlungen an und stellte sie als
Kulturlandschaft unter Denkmalschutz. Die Sassi sind zwar einerseits
weltberühmt, da sie als Kulisse für Paolo Pasolinis ¨Das Evangelium nach Matthäus¨ und auch für Mel Gibsons ¨Die Passion Christi¨ dienten, aber letztlich doch unbekannt. Interesse an ihnen zu wecken, ist dann die Aufgabe des Dokumentarfilmers. Und das gelingt der Regisseurin Silvia Holzinger und Kameramann Peter Haas ausgezeichnet.

In den Interviews mit Alteingesessenen, Zugewanderten und Heimkehrern wird die jüngere Historie des Ortes ebenso deutlich wie seine problematische Zukunft. Der Ort blutet aus, Läden sind nicht mehr zu finden und dennoch ziehen Menschen (wieder) her, entdecken ihre Wurzeln neu oder geniessen als Künstler und Handwerker die Atmosphäre. Und eben diese Atmosphäre vermittelt der Film auch mit vielen stillen Momenten, die dem Auge Zeit lassen, zu schauen, ohne ablenkenden Kommentar. Man merkt, dass Silvia Holzinger sich in Italien auskennt und es liebt. Wenn die weiteren Arbeiten der beiden Filmemacher ihren Sujets so gerecht werden, wie es ¨Roba Forestiera¨ tut, dann darf man sich auf diese Filme freuen. Die lobende Erwähnung ist verdient; dass sie auf einem Festival verliehen wurde, dass seine deutliche Präferenz bei no budget und low budget Produktionen hatte, belegt deutlich, dass der Film die Jury beeindruckte. Der Beifall des Publikums und auch dessen Äusserung nach den Vorführungen des Films, die immer wieder hervorhoben, wie gut der Film die einzigartige Atmosphäre des Ortes vermittelte, bestätigten diese Entscheidung.